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Schon seit längerer Zeit zeigte es sich, dass die Räumlichkeiten in der alten Schule den Anforderungen eines modernen Feuerwehrgerätehauses nicht mehr gerecht wurden. In dem Gebäude waren keine sanitären Anlagen und keine Heizung vorhanden. Der originale Holzfussboden war durch das Gewicht der Fahrzeuge an mehren Stellen durchgebrochen. Die entstandenen Löcher wurden nur notdürftig mit Sand und Kies aufgefüllt. Eine weitergehende Reparatur war aus Kostengründen nicht sinnvoll und auch nicht möglich. Um die Fahrzeuge aus der Halle zu fahren, mussten erst die Aussenspiegel eingeklappt werden. Ohne einen Einweiser war das Ein- und Ausfahren nicht möglich.
Nach diversen Vorberatungen in den verschiedenen Gremien wurden seitens des Gemeinderates Leiwen und der Verbandsgemeinderates Schweich im Frühjahr 1987 die erforderlichen Beschlüsse zum Neubau eines Feuerwehrgerätehauses gefasst. Standort für den Neubau sollte, trotz der Gefährdung durch Hochwasser, der Bereich Tränkgasse, im Anschluss an den neuen Festplatz sein. Das Gerätehaus sollte neben den Einrichtungen der Feuerwehr ( Fahrzeughalle mit 3 Toren/Einstellplätzen, Werkstatt, Schulungs- und Lagerraum) eine öffentliche Toilettenanlage und einen Kühlraum für den Fest- und Weinbrunnenplatz beherbergen.
Nach einen Bauphase von rund eineinhalb Jahren konnte die Feuerwehr Leiwen mit einem grossen Fest im Mai 1989 die Einweihung des neuen Gebäudes feiern.
Noch im Rohbau, wurde der Neubau in der Zeit der Traubenlese 1988 kurzfristig umfunktioniert. Mehrere polnische Erntehelfer, die auf der Wiese bei anhaltendem Regen im Freien campierten, konnten vorübergehend ihr Quartier im Rohbau aufschlagen und waren so vor Regen und Kälte geschützt.
Die steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen sowie neue gesetzliche Bestimmungen erforderten es, im „unteren“ Bereich der VG Schweich ein „wasserführendes“ Fahrzeug zu stationieren.
Von der Stützpunktfeuerwehr Schweich, die im Sommer 1989 ein neues Tanklöschfahrzeug erhielt, wurde das bisherige Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24), ein Mercedes LKW 1113, mit einem Wassertank mit 2.500 l Inhalt und eingebauter Pumpe mit einer Förderleistung von 1.600 l/min, der Feuerwehr Leiwen in einer Feierstunde übergeben. Diese Fahrzeug war bis zu seiner altersbedingten Ausmusterung im Jahr 1997 in Dienst und wurde dann durch ein neues, modernes Tanklöschfahrzeug ersetzt.
Damit nicht zu jedem Einsatzruf die Alarmierung mittels Sirene erfolgen musste, wurde die Feuerwehr Leiwen ab 1994 komplett mit Funkmeldeempfängern, den so genannten „Piepsern“ ausgestattet.
Weitere Anschaffungen und Übernahmen waren in den folgenden Jahren eine Anhängeleiter ( AL 18 ), mit einer Steighöhe von bis zu 18 m, von der FF Schweich und ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) von der FF Föhren.
Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde im Jahr 2001 zu einem Mehrzweckfahrzeug durch die Feuerwehr Leiwen umgebaut und dient noch heute als Transport- und Zugfahrzeug, u. a. für die Anhängeleiter.
Ein Meilenstein für die Feuerwehr Leiwen waren die Gründung der Jugendfeuerwehr und die Gründung eines Fördervereins im Jahr 1997.
Durch die Gründung eines Fördervereins haben somit auch „Nichtfeuerwehrleute“ die Möglichkeit, der Feuerwehr Leiwen beizutreten.
Die Gründung der Jugendfeuerwehr erfolgte auf Anfrage von mehreren interessierten Jugendlichen aus dem Dorf. 12 Jungen und auch Mädchen traten der neu gegründeten Jugendfeuerwehr spontan bei. Durch gezielte theoretische und praktische Ausbildung, auch in spielerischer Form, lernen die Jugendlichen für den späteren Feuerwehrdienst und bilden so einen festen Grundstock für den Nachwuchs der Feuerwehr. Im Jahre 2001 konnten die ersten Jugendlichen aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommen werden, darunter auch die ersten drei Feuerwehrfrauen in der FF Leiwen.
Heute versehen 35 Aktive ihren Dienst bei der Feuerwehr, 8 Jugendliche befinden sich in der Ausbildung bei der Jugendfeuerwehr. Dem Förderverein gehören 15 inaktive Mitglieder an.
Neben den monatlichen Übungen zur Aus- und Fortbildung rückt die FF Leiwen im Durchschnitt zu 20 Einsätzen der unterschiedlichsten Art im Jahr aus. Neben Kleinbränden und Verkehrsunfällen kommt es immer wieder zu grösseren Bränden in Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Schiffsunfällen auf der Bundeswasserstrasse Mosel, Vermisstensuche und vieles mehr.
Aber nicht nur bei den Einsätzen ist die Feuerwehr dabei. Bei weltlichen und kirchlichen Einsätzen beweisen die Frauen und Männer jedes Jahr, das sie auch dort ihren festen Platz in der Dorfgemeinschaft haben. Durchschnittlich werden somit jährlich insgesamt rd. 2.300 Stunden freiwilliger Dienst für die Allgemeinheit geleistet.
Anmerkungen:
1 LHAK, Best. 655, 178, Nr. 180: Beschlüsse Bürgermeisterei Leiwen (1846-1894).
Landeshauptarchiv Koblenz, Best 655, 178, Nr. 180: Beschlüsse der Büergermeisterei-Versammlung der Bürgermeisterei Leiwen (1846 – 1894)
Clüsserath, den 28. Juli 1872
Vorsitz: Bürgermeister Sprenger
Bürgermeisterei-Vertreter:
von Leiwen: Weis, Vorsteher
Regnery, Nikolaus
Scholtes, Nikolaus Eduard
Rosch, Jacob
von Köwerich: Scholtes, Vorsteher
Koewerich, Johann
von Detzem: Rauen, Vorsteher
Lorenz, Nikolaus
Thul, Mathias
von Thörnich: Thul, Vorsteher
Bartz, Johann
2 Amtsblatt der Regierung zu Trier 1834, Nr. 359.
3 Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung zu Trier vom 05. Februar 1846.
4 Schulchronik I, 1914
Für Ihre Hilfe bei meinen Recherchen zur Geschichte der Feuerwehr Leiwen bedanke ich mich bei meinem Vater, Ehrenwehrführer Matthias Schneider sowie bei den Herren Josef Weis-Jung und Oswald Werner; für die Arbeit im Landeshauptarchiv Koblenz und die Sichtung anderer Quellen bei Herrn Hermann Erschens.
Leiwen, im April 2005
Gerd Schneider
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